Das männliche Gesichtshaar wurde früher traditionell vom Friseur gepflegt, gestutzt oder abrasiert. Der Barbier, Figaro oder Friseur war geschickt mit dem Rasiermesser am Werk, konnte den Bart in die gewünschte Form bringen oder das Gesicht perfekt von Bartstoppeln befreien. Was ist aus diesem Geschäft und dieser Tradition geworden?

Die Rasur beim Friseur in Deutschland

Die Bartrasur ist immer noch ein Teil der Ausbildung jedes Friseurs. Wahrscheinlich hat jeder schon mal die mit Rasierschaum eingeschmierten Luftballons beim Herrenfriseur gesehen, an denen der Lehrling übt, das Rasiermesser zu führen. Im Alltagsgeschäft kommt der Wunsch nach einer Rasur allerdings nicht mehr häufig vor. Allgemeiner Zeitdruck der Kundschaft, aber auch moderne Elektrorasierer, die der Kunde zuhause hat, die Mode des 3-Tage-Bartes, bei dem eine tägliche Rasur nicht mehr nötig ist und die Kosten, die eine Rasur beim Profi verursacht, haben die Nachfrage nach dieser Friseur-Dienstleistung stark abfallen lassen. Trotzdem wird die Rasur noch flächendeckend angeboten. Ob sich dies in Zukunft ändert ist ungewiss, da – wie bereits erwähnt – die Rasur im Friseurhandwerk nach wie vor zur Ausbildung gehört.

Andere Länder, andere Sitten

In anderen Ländern spielt die Herrenrasur noch eine deutlich größere Rolle im Friseurhandwerk als in Deutschland. In Südeuropa zum Beispiel ist es noch ganz normal, dass der Mann sich beim Barbier oder Friseur rasieren lässt. Auch hier werden natürlich elektrische Rasierapparate verwendet, aber wer als Mann etwas auf sich hält, lässt sich wenigstens ab und an vom Profi rasieren. Da in diesen Ländern der Herrenfriseur meist noch als echter Kleinbetrieb funktioniert und die Lohnkosten deutlich niedriger sind, sind auch die Preise für die Rasur auch deutlich günstiger als im Norden Europas. Besonders zum Herrenhaarschnitt gehört eine professionelle Rasur hier einfach mit dazu, da der Friseur dabei auch oft Haare aus dem Nacken und der Nase der Kunden entfernt und die Augenbrauen stutzt. Somit steht bei der Rasur dort also auch heute noch eine sinnvolle Dienstleistung im Vordergrund und der traditionelle Aspekt gerät in den Hintergrund.