Was sind Billig-Friseure?

Billig-Friseure sind Friseur-Salons, die Haarschnitte und andere Dienstleistungen des Friseur-Handwerks deutlich preiswerter anbieten als traditionelle Friseur-Salons. Besonders in Großstädten sind in den letzten Jahren zahlreiche dieser Billig-Friseure entstanden, und machen in einigen Städten inzwischen einen recht großen Teil aller Friseur-Salons aus. Insbesondere bei Männerhaarschnitten erfreuen sich diese Läden großer Beliebtheit.

Wieso sind Billig-Friseure so viel preiswerter?

Die sogenannten Billig-Friseure sparen bei zahlreichen Personal- und Sachkosten und geben diesen Preisvorteil an ihre Kunden weiter. Der wichtigste Kostenfaktor ist dabei das Personal. Auch ein Billig-Friseur muss von einem Friseurmeister geführt werden. Oft ist dieser Meister aber nicht wirklich im Salon, sondern fungiert nur als Firmeninhaber oder ist für mehrere Friseur-Salons zuständig. Auch bei der Ausbildung von Lehrlingen sparen die Billig-Friseure Kosten. Da meist nicht wirklich ausgebildet wird, spart man Zeit, dem Lehrling etwas beizubringen und den mit der Lehrlingsausbildung verbundenen Papierkram. Mitarbeiter dieser Salons werden generell schlechter bezahlt als die Mitarbeiter traditioneller Friseur-Salons. Bei den Sachkosten wird ebenfalls deutlich gespart. Beispiele für diese Ersparnis sind:

  • preiswertere Inneneinrichtung der Friseur-Salons
  • keine Zeitungen & Zeitschriften für die Kunden
  • das Verwenden von billigen, aus dem Ausland importieren Haarpflegeprodukten
  • kein Kundendienst z.B. für Terminvereinbarung und Beratung
  • wenig Fortbildungen von Mitarbeitern
  • Geschäftsräume befinden sich oft in Seitenstraßen oder schlechteren Lagen
  • keine kostenlosen Getränke für Kunden
  • keine Mitgliedschaften in lokalen Geschäftsförderungsvereinigungen, Innungen u.s.w.

Diese Faktoren klingen erstmal relativ harmlos und wer keinen besonderen Wert auf Sauberkeit, Kundendienst und Markenprodukte legt, mag sich vielleicht für einen Billig-Friseur entscheiden. Leider ist es jedoch auch manchmal so, dass Sozialabgaben nicht gezahlt werden und ausschließlich mit Aushilfen gearbeitet wird , um Steuern und Abgaben zu sparen. Auch wurden manche Friseurgeschäfte schon wegen illegaler Beschäftigung und Hygienemängeln geschlossen. Jeder muss für sich entscheiden, ob er den Billig-Trend unterstützen möchte, oder nicht. Als Friseure raten wir davon ab, weil auch die traditionellen Salons durch diese Konkurrenz stark unter Druck geraten, und auch hier die Mitarbeiter zuerst darunter leiden.